Wie werden Reparaturfotos versiegelt — und was beweisen sie?

Ein Foto ist erst dann ein Nachweis, wenn niemand es nachträglich austauschen kann. Hier steht, wie das gemacht wird — und wo die Grenze liegt.

Kurz: Der Server vergibt den Speicherort, prüft die gespeicherte Datei an ihren ersten Bytes, rechnet eine SHA-256-Prüfsumme und setzt die Uhrzeit. Danach kann das Original nicht mehr überschrieben werden. Das macht die Dokumentation manipulationsarm — es beweist nicht, dass ein Motiv echt ist, und genau das behaupten wir auch nicht.

Vertrauen & Sicherheit

Vertrauen ist gebaut, nicht behauptet.

So entsteht eine Historie, auf die sich beide Seiten verlassen können.

  • Direkt aus der Kamera

    Nachweisfotos entstehen nur über die Kamera in der App — ein nachträgliches Hochladen aus der Galerie ist auf dem Handy nicht vorgesehen.

  • Vom Server versiegelt

    Serverzeit und SHA‑256‑Prüfsumme über die gespeicherte Datei. Nach der Versiegelung lässt sich ein Foto über die App weder überschreiben noch löschen — Korrekturen sind neue Einträge.

  • Prüfprotokoll statt Bauchgefühl

    Jede relevante Änderung erzeugt einen Eintrag im Prüfprotokoll — nur anfügbar, für niemanden nachträglich editierbar. Auch das Verbergen braucht eine Begründung.

  • Gastzugang mit engen Grenzen

    Eine Einladung öffnet genau einen Auftrag, jede Gastsitzung endet nach 24 Stunden von selbst, und die Werkstatt kann den Zugang jederzeit widerrufen. Beim Code ist nach fünf Versuchen pro Tag Schluss.

  • Internes bleibt intern

    Interne Notizen und Kundensicht sind getrennt gespeichert, nicht nur ausgeblendet. Und jede Werkstatt sieht ausschließlich die eigenen Aufträge.

Was beim Versiegeln wirklich passiert

Sechs Schritte, in dieser Reihenfolge. Sie sind der Grund, warum die Dokumentation etwas wert ist — und warum wir trotzdem nicht „fälschungssicher“ sagen.

  1. Der Server vergibt den Speicherort. Nicht die App. Ein Gerät kann sich also keinen Platz aussuchen, an dem später etwas anderes liegen könnte.
  2. Geprüft werden die Bytes, nicht die Dateiendung. Eine Datei, die sich .jpg nennt, ist damit noch kein Bild. Der Server liest den Anfang der gespeicherten Datei und vergleicht ihn mit dem, was das Format vorschreibt.
  3. Die Prüfsumme entsteht über die gespeicherten Bytes. SHA-256, gerechnet auf dem Server. Eine Prüfsumme, die das Gerät mitschickt, beweist nur, dass das Gerät rechnen kann.
  4. Die Uhrzeit kommt vom Server. Ein Zeitstempel vom Telefon lässt sich stellen.
  5. Danach ist das Original unveränderlich. Es kann von keinem Gerät mehr überschrieben oder gelöscht werden. Eine Korrektur erzeugt einen neuen Eintrag — der alte bleibt sichtbar.
  6. Jeder Schritt steht im Protokoll. Das Protokoll kann nur ergänzt, nie geändert werden. Es enthält keine Inhalte, nur wer wann was getan hat.

Was das nicht leistet: Es sagt nichts darüber, ob das Motiv auf dem Foto echt ist. Wer ein vorbereitetes Bild aufnimmt, bekommt eine einwandfrei versiegelte Datei mit einem falschen Inhalt. Deshalb entstehen Nachweisfotos in der App direkt mit der Kamera, und hochgeladene Dateien sind als solche gekennzeichnet — sie erfüllen die Fotopflicht eines Auftrags nicht.

Häufige Frage

Sind die Fotos fälschungssicher?
Nein, und das behaupten wir auch nicht. Der Server vergibt den Speicherort, prüft die Datei, berechnet eine Prüfsumme und setzt die Serverzeit; danach kann niemand das Original überschreiben oder löschen. Das macht die Dokumentation manipulationsarm und nachvollziehbar — es beweist nicht, dass ein Motiv echt ist.